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Batterien und Männer haben eine wesentliche Eigenschaft gemeinsam: lässt man sie alleine in der Kälte stehen, sind sie störrisch, macht man sie aber ordentlich heiß, springen sie gleich an... =)

Gestern Abend - zu schon etwas späterer und ordentlich kalter Stunde - wollte ich mit dem Motorrad zu meinem Schatz fahren, um heute Früh das Motorrad direkt einwintern zu können (und mir den Umweg bei meiner Wohnung vorbei zu ersparen).
Also Tankrucksack und Tasche hintendrauf befestigt, Helm aufsetzen, Choke ziehen und starten.
*tuckertucker-bwäh-mag-nicht-murks*
Das Motorrad springt nicht an. Es macht nur solange ein Geräusch, solange ich auf den Starterknopf drücke, dann verstummt es. Ich streiche also liebevoll über den Tank, sage ein paar aufmunternde Worte und probiere es noch einmal. Nichts. Es spuckt ein paar heisere Laute aus, mehr nicht.
Es ist eindeutig zu kalt. Das sind keine artgerechten Temperaturen mehr für Motorräder... ^^

Der Öamtc verspricht am Telefon, mir innerhalb der nächsten 90 min Starthilfe zu geben.
Dann hat Daniel noch eine Idee, dass die Batterie ja evt. anspringt, wenn ich sie in der Wohnung aufwärme.
*seufz*
Also komplettes Gepäck und einen Teil der Ausrüstung wieder in die Wohnung tragen (3.Stock), dann Batterie ausbauen (mit Taschenlampe im Mund - es ist ja stockfinster), Batterie in der Wohnung wärmen...

Eine gute Viertel Stunde vergeht... Fön hinlegen, schnell Foto knipsen...
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...Fön abdrehen. Uh! fast hätt ich das Handy überhört: Der Öamtc wird in den nächsten paar Minuten hier sein.
Also besonders schnell wieder Ausrüstung und Gepäck hinunterbringen, die Batterie holen, die erste Schraube befestigen - da kommt auch schon der Öamtc.
Ich weiß nicht, ob es mir lieber ist, dass es jetzt anspringt oder nicht!?
Der Mann vom Öamtc dreht die zweite Schraube rein... Startknopf drücken und... nichts.
Das Motorrad hustet lediglich.
*hups* Choke vergessen!
Choke ziehen, *grinsen*, starten und ...es springt an!
Batterie wärmen hat also funktioniert!
Der Öamtc fahrt wieder und ich nun auch! =)

*happy*
Alleine zum ersten mal Batterie ausgebaut, alles richtig gemacht und es hat sogar funktioniert!
*hihi*
Direktlink  Kommentare: 3 geschrieben von Xylo 25.11.2010, 22:15
Eingeordnet unter: Allgemein, Motorrad


Es gibt kein schlechtes Wetter, nur ungeeignete Kleidung.
So würde ich das nicht sagen, aber mit der richtigen Ausrüstung hat mans auf jeden Fall immer besser ^^

Die letzten beiden Tage haben Daniel und ich beim Motorradfahren ein feines Wetter erwischt, meist sonnig und Temperaturen, die mehr als in Ordnung waren! =)

Vor zwei Wochen noch mit 4 Schichten (ein Pulli und ein Fleece!) unter der Motorradausrüstung (natürlich mit Futter drin ^^) gefahren, haben vorgestern 3 Schichten gereicht.
Obwohl man sich wie ein Michelin-männchen fühlt, war das Fahren echt fein =)
Quasi nur Sonne!

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Sommerfarben Mitte November...

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...und Herbstlicht über der Christbaumfarm. ^^


Gestern wars Wetter auch wirklich fein, gegen spätem Nachmittag war aber leider recht viel Nebel dabei. Dass man in den Kurven ab und zu ein bisschen rutscht (im Wald trocknen die Straßen nicht überall...), daran gewöhnt man sich, aber bei Nebel auf der Landstraße mit 40km/h fahren müssen, ist mühsam!
Beim Losfahren in der Früh ist die A21 noch tief im Nebel versteckt gewesen - bis zum Ende der 80er-Beschränkung, dort kam mit einem Schlag die Sonne raus. =) Die blieb dann auch den ganzen Tag bei uns, was Felix, Daniel und ich natürlich sehr fein gefunden haben. ^^
Am Rückweg hat uns dann aber ein Stück vor der Autobahnauffahrt ein ordentlicher Nebel überrascht, ich hab quasi die Hand nicht vor den Augen gesehen, was natürlich wirklich langsame Geschwindigkeit erfordert hat.. :( Saukalt wars auch! ^^ Auf der Autobahn wars dann aber richtig zaach, da merkt man dann erst, wie schwer es ist, schön die Spur zu halten, wenn man nicht in die Ferne schauen kann. Maximalgeschwindigkeit war vermutlich 100km/h, und das auch nur dann, wenn mich grad ein Auto überholt hat und ich deshalb weiter gesehen hab. Das Visier hat außen wesentlich mehr beschlagen als innen, nur konstantes Drüberwischen hat überhaupt einen Blick aus dem Helm ermöglicht... ^^
War nicht das idealste Wetter beim Heimfahren, aber mal eine interessante Erfahrung, bei so einem Nebel bin ich echt noch nicht gefahren.

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Nebelschwaden am Boden, Sonnenstrahlen hinterm Berg...

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...Abendstimmung.

Solche Wochenenden mag ich!
Wirklich!

Tour vom 13.11.2010 bei googlemaps
Tour vom 14.11.2010 bei googlemaps
Direktlink  Kommentare: 1 geschrieben von Xylo 15.11.2010, 23:44
Eingeordnet unter: Allgemein, Motorrad-Touren


Hat man Kopfschmerzen, Schnupfen oder Husten, so ist man froh, wenn das eingenommene Medikament brav seine Wirkung entfaltet... wie werden Medikamente im Körper aber wieder abgebaut?
Das geschieht durch Enzyme! Menschen haben aber unterschiedliche Varianten dieser Enzyme in ihren Genen festgelegt, was mit ein Grund ist, warum Medikamente bei verschiedenen Menschen unterschiedlich wirken.

Metabolisierende Enzyme werden in 2 Gruppen eingeteilt:
Phase-I-Enzyme modifizieren Stoffe durch Oxidation, Reduktion oder Hydrolyse,
Phase-II-Enzyme modifizieren Stoffe, indem sie diese mit endogenen Substituenten konjugieren, also z.B. mit Aminosäuren, Glucuronsäure, Schwefelsäure, Essigsäure, usw...


Ich will heute von den Cytochrom-P450-Enzymen schreiben, die zu den Phase-I-Enzymen gehören. Es sind Monooxygenasen, die aus dem Häm-Protein CYP450 und der CYP450-Reduktase aufgebaut sind und ubiquitär sind, also in quasi allen Lebewesen vorkommen. Bei Säugern werden sie in allen Organen, v.a. aber in der Leber, exprimiert.
(Zellulär gesehen findet man die CYP450-Enzyme im Endoplasmatischen Reticulum und an der inneren Mitochondrienmembran.)

Es sind verschiedene Cytochrom-P450-Enzyme bekannt:
Bei Enzyme der selben Familie müssen mind. 40% der Sequenz übereinstimmen (CYP1-Familie, CYP2-Familie, usw.).
Bei Enzymen der selben Unterfamilie müssen über 55% übereinstimmen (z.B. CYP2C, CYP2D,...).
Die Zahl am Schluss bezeichnet dann ein Enzym, z.B. das Enzym CYP2C9 oder das Enzym CYP2D6.
Beim Menschen gibt es 18 CYP-Familien, wobei die Familien 1, 2 und 3 an der Metabolisierung von Arzneimitteln beteiligt sind.
So ein Enzyme hat eine geringe Substratspezifität, d.h. es ist nicht sehr wählerisch, sondern verstoffwechselt verschiedenste Medikamente.

Genetische Polymorphismen
Von einem genetischen Polymorphismus spricht man, wenn eine Genvariation in einer Population auftritt und die Häufigkeit dieser Mutation über 1% liegt.
Will heißen: Menschen haben nicht alle die selben Enzyme und nicht gleich viel davon!
Ein Mensch produziert richtig viel vom richtigen Enzym (normaler Metabolisierer), ein anderer produziert das Enzym gar nicht (langsame Metabolisierer), wieder ein anderer produziert viel mehr dieses Enzyms (ultrarapide Metabolisierer) und noch ein anderer produziert ein fehlerhaftes Enzym, das nicht so gut funktioniert (intermediate Metabolisierer).

Das bedeutet aber gleichzeitig, dass Medikamente vollkommen unterschiedlich abgebaut werden, während ein Mensch bei einer Dosis perfekt im Therapeutischen Bereich liegt, kann ein anderer (überspitzt gesagt) bei der selben Dosis Nebenwirkungen stärker verspüren, in den toxischen Bereich kommen, oder aber das Medikament so schnell abbauen, dass der therapeutische Bereich gar nicht erst erreicht wird.

Ein einziges fehlerhaftes Basenpaar beeinflusst die Wirkung des Enzyms enorm; es sind einige solcher Single-Nucleotide-Polymorphismen (SNP\'s) bekannt, wichtig in Bezug auf Arzneimittel sind Polymorphismen folgender Enzyme:
CYP2C9, CYP2C19 und CYP2D6

CYP2C9 metabolisiert z.B.
Vitamin-K-Antagonisten, wie Marcoumar
NSAIDs, wie Diclofenac, Ibuprofen

CYP2C19 metabolisiert z.B.
Protonenpumpenhemmer, wie Omeprazol
Antidepressiva, wie Citalopram, Moclobemid
Diazepam, Progesteron, Propanolol,...

CYP2D6 metabolisiert z.B.
Betablocker, wie Alprenolol, Metoprolol, Timolol,...
Antidepressiva, wie Fluoxetin, Clomipramin, Paroxetin,...
Antipsychotika, wie Haloperidol, Risperidon,...
Antiarrhythmika, wie Amiodaron, Ajmalin, Propafenon,...
Antihypertensiva, wie Urapidil
Opioide, wie Codein, Tramadol,...
Amphetamin und -derivate
Metoclopramid, Ondansetron

Die CYP3A-Familie metabolisiert einen großen Teil aller eingesetzten Arzneistoffe, hier sind keine genetischen Polymorphismen bekannt, aber die hepatische Expression variiert stark (bis zu 50-facher Variabilität), was wiederum zu einer bis zu 20-fach unterschiedlichen Verstoffwechselung führt.

Noch ein paar Fakten...
Interethische Unterschiede, wie diese Polymorphismen verteilt sind, gibt es.
Betrachtet man beispielsweise CYP2D6, so sind 6-8% der europäischen Bevölkerung langsame Metabolisierer, während dies auf weniger als 1% der asiatischen Bevölkerung zutrifft.
Es sind mehr als 70 verschiedene Polymorphismen des CYP2D6 bekannt, sie werden autosomal rezessiv vererbt.
Ca. 80% der europäischen Bevölkerung haben eine normale CYP2D6-Aktivität.
Eine DNA-Chip-Analyse ermöglicht es, herauszufinden, welcher Polymorphismus beim einzelnen Individuum vorliegt.

(Informationen aus Uni-Skripten.)
Direktlink  Kommentare: 3 geschrieben von Xylo 09.11.2010, 19:58
Eingeordnet unter: Allgemein, Interessantes, Pharmazie


Diesen Sommer hab ich bei einer Motorradtour über den Sölkpass in der kleinen Kapelle dort oben dieses Gedicht gelesen. Hat mir damals gefallen, deshalb hab ich mir den Autor gemerkt. Jetzt erinner ich mich wieder daran...

Alles nur geliehen

Es ist alles nur geliehen auf dieser schönen Welt,
Es ist alles nur geliehen, aller Reichtum, alles Geld.
Es ist alles nur geliehen, jede Stunde voller Glück,
Mußt du eines Tages gehen, läßt du alles hier zurück.

Man sieht schöne Dinge und man wünscht sich dies und das
Und was gut und teuer, macht den meisten Menschen Spaß.
Jeder will noch mehr besitzen und bezahlt auch viel dafür,
Keinem wird es etwas nützen, es bleibt alles einmal hier!

Fast jeder hat das Bestreben etwas Besseres zu sein,
Schafft und rafft im Leben, doch was bringt's ihm ein.
Alle Güter dieser Erde, die das Schicksal dir verehrt
Sie sind nur auf Zeit gegeben und am Ende ohne Wert.

D'rum lebt euer Leben, freut euch auf den nächsten Tag,
Denn wer weiß schon im Leben was er Neues bringen mag.
Freut euch an den kleine Dingen, nicht nur an Besitz und Geld
Es ist alles nur geliehen hier auf dieser schönen Welt.

Wir sind nur Gast auf Erden und wandern ohne Ruh,
Mit mancherlei Beschwerden der ew'gen Heimat zu.

Johann Rainbacher

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Direktlink  Kommentare: 0 geschrieben von Xylo 09.11.2010, 08:47
Eingeordnet unter: Allgemein


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